Dom Erwin Kräutler unterwegs mit dem Volk Gottes am Xingu
www.domerwin.com: Lebensweg

Bildergalerie

1939-1981
Kindheit, Jugend, Studium, Priesterweihe, die ersten Jahre in Brasilien

1939 - 1981

Erwin Kräutler wurde am 12. Juli 1939 als ältester von sechs Geschwistern in Koblach (Österreich) geboren

1939 - 1981

Weißer Sonntag, 10. April 1947, Erstkommunion in der Pfarrkirche zum Hl. Kilian in Koblach

1939 - 1981

Gymnasium in Feldkirch (Schuljahr 1954/55)

1939 - 1981

Wallfahrt nach Rom als Mitglied der Katholischen Arbeiterjugend (KAJ)

1939 - 1981

Seit seiner Jugend gehört seine Liebe und Begeisterung der Musik

1939 - 1981

Nach der Matura tritt er in die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut (C.PP.S) ein und studiert in Salzburg Philosophie und Theologie. Neben dem Studium bleibt auch noch Zeit zum Musizieren.

1939 - 1981

Priesterweihe am 3. Juli 1965 im Dom zu Salzburg, danach Primiz in seiner Heimatgemeinde Koblach.

1939 - 1981

Am 2. November 1965 Abschied von der Familie. Zwei Tage später sticht die Emstein in See. An Bord Pater Erwin, der zwei Wochen später bei der Zwischenlandung in São Luís erstmals brasilianischen Boden betritt. In der Nacht des 24. November Ankunft in Belém.

1939 - 1981

Knapp einen Monat lang studiert der junge Pater in Belém eifrig portugiesisch, bevor er am Ziel seiner Reise ist.

1939 - 1981

Ankunft in Altamira, am Rio Xingu (21. Dezember 1965).

1939 - 1981

In seinen ersten Jahren in Brasilien ist er am Unteren Xingu und Amazonas im Hafenort Vitória sowie in der Pfarre Souzel tätig.

1939 - 1981

Er unterrichtet auch in der Lehrerbildungsanstalt Maria de Mattias in Altamira und ist für die Administration der Diözese zuständig.

1939 - 1981

Am 7. November 1980 ernennt Papst Johannes Paul II. Erwin Kräutler zum Bischof der flächenmäßig größten brasilianischen Diözese Xingu mit über 368.000 km² und heute über einer halben Million Einwohnern, davon rund 8.000 Indios. Im Bild mit seinem Vorgänger Dom Eurico Kräutler.

25. Jänner 1981
Bischofsweihe in Altamira

Bischofsweihe

Papst Johannes Paul II. hat Erwin Kräutler am 7. November 1980 zum Bischof der Prälatur am Xingu ernannt. Die Veröffentlichung erfolgte fünf Tage später, am 12.November.

Bischofsweihe

Ankunft der Gäste auf dem Flughafen in Altamira.

Bischofsweihe

Jung und Alt, Groß und Klein waren aus allen Teilen der Prälatur in die Stadt gekommen.

Bischofsweihe

Wahlspruch von Dom Erwin: Servus Christi Iesu.

Bischofsweihe

Begrüßung durch die Kleinsten.

Bischofsweihe

Übergabe des Ringes während der Bischofsweihe.

Bischofsweihe

Die Schwester überreicht den Kelch.

Bischofsweihe

Dom Erwin spricht erstmals als Bischof zu seinem geliebten Volk.

Bischofsweihe

Feierlicher Schlusssegen.

01. Juni 1983
Protest der Zuckerrohrbauern an der Transamazônica.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Nach der Privatisierung einer Zuckerrohrfabrik will das Unternehmen eigene Plantagen anlegen, um nicht weiter von den Kleinbauern abhängig zu sein. Neun Monate lang wird den Bauern die Bezahlung der Ernte verweigert und sie reagieren mit Protest.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Brasilien war zu jener Zeit noch Diktatur. Militärpolizisten sollten die Ordnung wieder herstellen. Die Truppe kommandierte ein Major, der am Karfreitag zuvor in der Nähe von Medicilândia eine Kreuzwegandacht verbieten wollte, dort wo Manoel und Antônio als Warnung für die anderen grausam ermordet wurden.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Die Militärs gehen mit aller Härte gegen die Menge vor und verprügeln einen Demonstranten halb tot.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Als sich Dom Erwin in den Disput zwischen einem Kleinbauern und dem Major einmischt, gibt dieser den Befehl zur Festnahme.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Die Militärpolizisten gehorchen der Anordnung.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Der Bischof wird wie ein Verbrecher behandelt.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Das Volk ist aufgebracht und schreit: «Lasst ihn los, er ist unser Bischof!»

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Dom Erwin wird zum Verhör gebracht.

Solidarisch mit Zuckerrohrbauern

Der Major fragt, ob sich der Kreuzweg geändert habe. «Ja, das hat er. Jesus ist nicht mehr auf Bildern gemalt. Er ist lebendig, gegeißelt, geschlagen, gekreuzigt in all den Menschen hier an der Transamazônica,» antwortete der Bischof. Vieles habe sich in ´unserer´ Kirche geändert, meinte der Major Kopf schüttelnd.

1981-2007
Als Bischof unterwegs.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

«Wir wollen keinen Schreibtischbischof!» sagte das Volk zu Dom Erwin und dieser Wunsch ist ihm bis heute Auftrag.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Er scheut keine Anstrengung, weder den Staub während der Trockenzeit noch Schlamm und Morast während der Regenzeit, um sein geliebtes Volk in den entferntesten Siedlungen zu besuchen, und sich «heiser zu hören».

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Für seine Pastoralreisen an den Oberen Xingu ist er nach dem Flug nach Belém noch mit einem Kleinflugzeug unterwegs.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Ein Kleinflugzeug bringt ihn auch in die indigenen Aldeias, die acht Tagesreisen mit dem Boot und weiter von Altamira entfernt sind.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Bischöfe, in deren Diözesen indigene Gemeinschaften beheimatet sind, gehören dem Indigenen Missionsrat (CIMI) an. Im Juli 1983 wählt ihn die Generalversammlung zum Präsidenten des CIMI und bestätigt ihn 1987 erneut in diesem Amt.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Im Kontext der Verfassungsgebenden Versammlung setzt sich Dom Erwin mit den indigenen Völkern für die Verankerung ihrer Rechte in der neue Verfassung ein. Die politisch Mächtigen und Feinde der Indios reagieren mit Diffamierung und Verleumdung. Eine Gruppe geht bis zum äußersten.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Am 16. Oktober 1987 ereignet sich auf km 23 an der Transamazônica ein Unfall, dessen Hintergründe ungeklärt bleiben. Dom Erwin wird schwer verletzt, liegt wochenlang im Spital. Pater Salvatore, sein Beifahrer, stirbt am Unfallort.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Allen Einschüchterungen zum Trotz ist Dom Erwin weiter mit dem Volk Gottes unterwegs, etwa bei der «Assembléia do Povo de Deus», der alle fünf Jahre stattfindenden Versammlung, bei der Delegierte aus allen Pfarren der Diözese das Ziel und Schwerpunkte für die Zukunft beschließen.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Die Brasilianische Bischofskonferenz wählt Dom Erwin als Delegierten der Generalkonferenz des lateinamerikanischen Episkopats und der Karibik (1992 in Santo Domingo, 2007 in Aparecida), der Bischofssysnode für Amerika (1997 in Rom) sowie 1994 und 1999 als Mitglied der Bischöfliche Pastoralkommission für die Missionarische Dimension.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Auf Einladung von Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky wirkt der Bischof als Berater bei der österreichischen Delegation bei UNCED im Juni 1992, in Rio de Janeiro, und beim Weltgipfel für soziale Entwicklung im März 1995, in Kopenhagen, mit.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

In Anerkennung seines Einsatzes würdigen ihn die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, die Theologische Fakultät Luzern (1992) und die Fakultät Katholische Theologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit einem Ehrendoktorat. Geehrt wird er auch mit Umwelt- und Menschenrechtspreisen.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Am 12. Februar 2005 wir Schwester Dorothy Stange, eine Mitarbeiterin der Prälatur, mit fünf Schüssen hingerichtet. Seit ihrer Beerdigung fordert der Bischof die lückenlose Aufklärung der Straftat, da die Drahtzieher des Verbrechens, die monatelang gegen die Schwester hetzten, noch immer ungestraft sind.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Wieder sind Hunderte Leute aus der Prälatur zum Dankgottesdienst aus Anlaß des 25. Jahrestages der Bischofsweihe nach Altamira gekommen. Ein bis heute unbekannter Mann schreit im Anschluß daran in die Menge, er habe zwei Kugeln für den Bischof.

Unterwegs mit dem Volk Gottes

Im Dezember 2006 zeichnet ihn die Brasilianische Anwaltskammer-Sektion Pará mit dem José Carlos Castro-Preis für die Verteidigung der Menschenrechte und das Leben in Amazonien aus. Seit 1992 ist er Ehrenbürger von Altamira, seit 1996 von Ourilândia do Norte und seit 2006 von Uruará. Die Chico Mendes Medaille wird ihm 2007 verliehen.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Obwohl die Drohungen gegen Dom Erwin andauern, geht er mit seinem Volk auf die Straße, protestiert gegen den Bau des Wasserkratwerks Belo Monte und gegen die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen. Seine Feinde reagieren und kündigen an, dass er den 29.12.2006 nicht überleben werde.

Mit dem Volk Gottes unterwegs

Seit Oktober 2006 steht der Bischof rund um die Uhr unter Polizeischutz. Ich weiß, Gott ist mit mir. «Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?» (Ps 118, 6). Mit dieser Zuversicht geht Dom Erwin den Weg mit dem Volk Gottes am Xingu weiter.

7. Oktober 2009 | Dies Academicus
Verleihung der Würde eines Ehrendoktors an Bischof Erwin Kräutler.

Dies Academicus

Aufgrund seiner Verdienste um eine Verbindung von Theologie und Praxis, seines Engagements für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Befreiungstheologie und der Verbundenheit mit Salzburg und seiner Alma Mater Paridiana wird an Bischof Erwin Kräutler das Ehrendoktorat der Theologie verliehen.

Dies Academicus

Eröffnung des Festaktes durch Rektor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger.

Dies Academicus

Musikalische Gestaltung: Doris Nicoletti, Theresia Schmidinger.

Dies Academicus

Grußworte von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller.

Dies Academicus

Ansprache von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.

Dies Academicus

Unter den Festgästen eine Delegation aus der Heimtagemeinde Koblach.

Dies Academicus

Univ.-Prof. DDr. Franz Gmainer-Pranzl hält die Laudatio für den Geehrten.

Dies Academicus

Promoter Univ.-Prof. Dr. Werner Wolbert beim Promotionsakt.

Dies Academicus

Bischof Kräutler verspricht, wie bisher durch die Förderung der Wissenschaft der menschlichen Gesellschaft zu dienen sowie der Universität verbunden zu bleiben.

Dies Academicus

Promotor Univ.-Prof. Dr. Werner Wolbert, Dr. hc. Erwin Kräutler, Rektor Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schmidinger.

Dies Academicus

Univ.-Prof. Dr.Dr.hc. Meier, Univ.-Prof. Dr. Puntscher Riekmann, Rektor Univ.-Prof. Dr. Schmidinger, Landeshauptfrau Mag. Burgstaller, Univ.-Prof. Dr. Wolbert, Dr. Anja Prexl (Promotion sub auspiciis praesidentis), Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Dr. Judith Maria Kainhofer (Promotion sub auspiciis praesidentis), Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Ferreira-Briza (Wissenschafterin 2008), Dr. hc. Erwin Kräutler.

Dies Academicus

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer blättert im Buch rot wie blut die blumen | ein Bischof zwischen Leben und Tod.

Dies Academicus

Bischof Erwin Kräutler im Gespräch mit Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.